Startseite Suche Menue ServiceWhatsAppTwitterFacebook
Deutschland | Schwarzwald | Glasträgerweg im Südschwarzwald

Glasträgerweg im Südschwarzwald

Lange Zeit waren die Glasbläser, ihre Glashütten und die in die Welt ausschwärmenden Glasträger in den Wäldern typische Vertreter alter Schwarzwälder Gewerbe. Während vieler Jahrhunderte, insbesondere nach dem Dreißigjährigen Krieg, gehörte die Glasproduktion zu den größten unternehmerischen Tätigkeiten im Schwarzwald. Ähnlich der Produktion von Holzwaren, von Uhren und Textilien war sie lange Zeit neben der üblichen Vieh- und Landwirtschaft ein wesentliches Standbein der heimischen Wirtschaft. Die Glasproduktion sorgte nach ihrem großflächigen Aufblühen zu massiven Veränderungen der Landschaft, aber auch zu einer besonderen Kultur der in diesem Beruf tätigen Menschen, insbesondere der Glasträger. Die Landschaft des Schwarzwaldes war durch großflächige zusammenhängende Wälder geprägt. Der Rohstoff Wald führte zur Gründung zahlreicher Glashütten, denn diese waren auf das Holz angewiesen. Mit dem Holz wurde Holzkohle hergestellt, die wiederum bei der Herstellung von Glas eingesetzt wurde. Kein Wunder, dass der Baumbestand mit der Zeit dahin schmolz, weite Flächen des Schwarzwaldes wurden kahl.

Finanziert und unterstützt wurden die Glashütten unter anderem von den großen Klöstern der Region. Nachdem die Produktion von Glas in einer Glashütte für den Transport fertig war, musste sie von den Höhen des Schwarzwalds in die Täler gebracht werden. Dies war die Aufgabe der Glasträger. Mit einer Krätze, der Rückentrage, brachten sie die kunstvollen und zerbrechlichen Glaswaren ihrer Heimat in die Täler und angrenzende Länder Europas weiter. Von der weiten Welt brachten die Glasträger Waren in ihre Heimatorte zurück, aber auch Geschichten aus der Ferne und Fachwissen. Man vermutet, dass der Ursprung der im Schwarzwald so erfolgreichen Tradition der Uhrenindustrie durch Geschichten der Glasträger inspiriert wurde. Viele Nächte hockte man zusammen, schwätzte und lauschte den Erzählungen aus der Fremde, schmiedete neue Ideen. Nicht zuletzt ihre eigene besondere Lebensweise, ständig auf Achse über weite Strecken zu sein, ließ die Glasträger aus dem Schwarzwald zu anerkannten Persönlichkeiten werden.

Im 19. Jahrhundert gerieten die meisten Waldglashütten in wirtschaftliche Not, sie konnten abseits der neuen Handels- und Wirtschaftszentren nicht mehr rentabel produzieren, der Standortfaktor Holz wurde durch Steinkohle verdrängt. Die Glashütten im Schwarzwald sahen ihrem Ende entgegen, und damit endete auch die Zeit der Glasträger. Ihre Wege durch die Wälder des Schwarzwalds verwilderten, die Glasöfen erloschen. Meist weisen nur noch Gewann-, aber auch Ortsnamen auf die Glasproduktion hin, wie zum Beispiel das Dorf Altglashütten. Die wenigen Überbleibsel dieses Waldgewerbes dem Besucher des Schwarzwaldes wieder näher zu bringen und dabei unterwegs die untergegangene Kultur der Glasträger ein Stück greifbar werden zu lassen, ist seit einigen Jahren Sinn und Zweck des Glasträgerwegs. Der Themenwanderweg informiert mit interessanten Informationsanlaufstellen an geschichtsträchtigen Orten der Glashütten und Glasträger.

Anzeige

Anzeige

SchwarzwaldvereinHistorische Gasthäuser BadenDie Zähringer. Mythos und Wirklichkeit

Alle Inhalte, Texte, Fotos und Grafiken auf dieser Internetseite ("Thema Schwarzwald » Seite Glasträgerweg im Südschwarzwald") und alle dazugehoerigen Domainnamen sind urheberrechtlich geschuetzt. Diese Internetseite ist nicht die offizielle Webseite des Schwarzwalds, des Bodensee, Schwarzwald sowie der aufgefuehrten Orte und Landkreise bzw. Ferienregionen. Cookies erleichtern die Bereitstellung einiger Dienste auf dieser Homepage www.alemannische-seiten.de (Seite Glasträgerweg im Südschwarzwald). Mit Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

Datenschutz | Impressum |Literaturhinweise



Alle Angaben ohne Gewähr - Änderungen vorbehalten 2002 - 2019
Alle Seiten © Alle Rechte vorbehalten. (All rights reserved)