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Wissen | Herzöge von Zähringen

Herzöge von Zähringen

Als Herzöge von Zähringen oder meist kurz Zähringer bezeichnet man ein bedeutendes schwäbisches Adelsgeschlecht, dessen Besitzungen sich über den deutschen Südwesten bis in die Nordschweiz erstreckte. Sie gelten als die Gründer der Städte Bern, Freiburg im Breisgau, Rheinfelden und weiteren größeren Orten in Deutschland und der Schweiz.

Die insgesamt zwölf Städte, heute auf die beiden Länder Deutschland und der Schweiz verteilt, bildeten auf dem Höhepunkt ihrer Macht die so genannten Zähringerstädte. Die bis heute anhaltende enge Zusammengehörigkeit der Zähringerstädte reicht in die Gründungszeit der meisten Städte zurück. Allen ist gemeinsam, dass sie zum Besitztum der Herzöge von Zähringen gehörten, die mit einheitlicher Rechtsprechung und der Verleihung von zahlreichen Rechten an die Bürger der Orte eine fortschrittliche Regierung über ihre großen Ländereien führten.

Stammsitz der Zähringer war ursprünglich die Limburg bei Weilheim an der Teck, welche von Bertold I. erbaut wurde. Auch die erste Grablege St. Peter bei Weilheim geht auf seine Gründung zurück. Nach seinem Tod im Jahr 1078 teilten die Brüder Hermann I. und Bertold II. die Ländereien auf. Hermann I. - Markgraf von Limburg bzw. Verona - blieb in der Baar. Aus seinem Geschlecht gingen später die Markgrafen von Baden hervor, welche bis ins 19. Jahrhundert weiterbestanden und das Großherzogtum Baden bis zur Auflösung 1918 führten.

Bertold II. zog es aus dem Neckarraum an den Oberbrein, vor allem in den Breisgau. Dort übernahm er die Burg Zähringen oberhalb des Dorfes Zähringen, heute eine Stadtteil von Freiburg im Breisgau. Dieser Familienzweig nannte sich fortan nach der Burg bzw. nach dem Dorf "von Zähringen". Durch Heirat mit Agnes von Rheinfelden kam er nach dem Aussterben der männlichen Linie der Rheinfelder zu bedeutenden Ländereien in der Nordwestschweiz. Als neue Grablege ließ Bertold II. im Jahr 1093 das Kloster St. Peter im Schwarzwald bauen. Nach seinem Tod folgte Bertold III. – der bereits 1122 verstarb - und Konrad I. als Zähringerherzöge.

Mit dem Tod von Konrad von Zähringen im Jahr 1152 kam Bertold IV. an die Regentschaft. Er konzentrierte sich zunehmend auf seine Herrschaftsgebiete in der heutigen Schweiz. Dort sicherte er seinen Herrschaftsbereich mit der Gründung von Freiburg im Uechtland und dem Wiederaufbau des total zerstörten Murten. Nach dem Aussterben der Lenzburger fiel ihm 1173 auch der Besitz der Reichsvogtei Zürich zu. Neuenburg am Rhein geht ebenfalls auf die Gründung des Zähringer Herzogs zurück. Konrad I. von Zähringen verstarb im Jahr 1186.

Der nachfolgende Bertold V. war im Jahr 1197 gar Thronkandidat für den verstorbenen Kaiser Heinrich VI. Der Zähringer verzichtete aber auf das Amt. Und sein Gegenkandidat, Philipp von Hohenstaufen, honorierte sein Verhalten mit der Verleihung der Reichsvogtei Schaffhausen. Die geschickte Siedlungspolitik der Zähringer führte im 12. Jahrhundert zu einer bedeutenden Machtstellung, ohne das die Zähringer jedoch tatsächlich ein zusammenhängendes oder fundiertes Herzogtum Formen konnten, das ihre Zeit hätte überdauern können.

Der Silberbergbau im Schwarzwald bildete für ihre Politik eine bedeutende finanzielle Grundlage. Der letzte Zähringer, Bertold V., sorgte noch für die Gründung der Stadt Bern, heute schweizerischen Bundeshauptstadt und Unesco-Welterbe. Mit Bern sicherte der Zähringer sein reich nach Westen ab und versuchte seinen Einfluss im Südwesten zu stärken. In seine Zeit fällt auch der Baubeginn des Freiburger Münsters, dessen Fertigstellung er natürlich nicht mehr erleben konnte, da es erst im 16. Jahrhundert vollendet wurde. Bertold V. starb ohne männliche Nachkommen im Jahr 1218, wodurch das Zähringergeschlecht mit seinem Tode endete. Bertold V. fand seine letzte Ruhestätte im noch unfertigen Freiburger Münster. Das große Herrschaftsgebiet der Zähringer fiel an verschiedenste Besitzer. Auch die offizielle gemeinsame Geschichte der Zähringerstädte endete an dieser Stelle.

Die aus einer familiären Seitenlinie der Zähringer hervorgegangenen Markgrafen beziehungsweise Großherzöge von Baden, die ab 1806 das Großherzogtum Baden im deutschen Südwesten regierten, sahen sich im 19. Jahrhundert in der Tradition der Zähringer Herzöge. Sie ließen die Erinnerung an die Zähringer vielerorts wieder aufleben, unter anderem mit dem Bau von Kleindenkmälern, die z.B. den Bertoldsbrunnen in Freiburg.

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