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Sasbach am Kaiserstuhl | Limberg
Limberg

Limberg

Der Limberg ist ein nordwestlich vom Ortskern der Gemeinde Sasbach am Kaiserstuhl gelegener rund 272 m hoher Berg, der die Nordwestecke der Kulturlandschaft des Kaiserstuhls bildet. Im Westen grenzt er unmittelbar an den Rhein, im Nordosten an die ackerbaulich genutzte Oberrheinische Tiefebene bei Wyhl. Der Osthang und das Plateau werden weinbaulich genutzt, der südliche und westliche Hanglagen sind weitgehend bewaldet.

Wegzeichen Wissenschaftlicher Lehrpfad Limberg
Mit seiner halbinselartigen Lage und seiner Höhe über dem Rheintal bot der Limberg in der Vergangenheit beste Voraussetzungen für die Anlage von befestigten Siedlungen. Bereits vor mehreren Tausend Jahren befand sich eine steinzeitliche Siedlung auf dem oberen Plateau. Später ließen sich Kelten auf dem Limberg nieder und befestigten ihre kleine Siedlung mit einem so genanten "murus gallicus", einer keltischen Wallanlage. Von diesem Wall aus Erde und Holz ist heute noch ein kleiner Rest auf der Nordseite des Limbergs erhalten geblieben. Als die Römer über die Alpen kamen und im ersten nachchristlichen Jahrhundert auf die Oberrheinebene besetzten, ließen sie sich an strategisch wichtigen Orten nieder. Ihre Siedlungen legten sie natürlich bevorzugt nahe keltischen Siedlungen an, ließen sich von der dortigen Bevölkerung mit Nahrungsmittel versorgen und bauten in Laufe der Zeit eine eigene Infrastruktur auf.

Keltisches Oppidum Sasbach
Auch auf dem Limberg befand sich ein römischer Stützpunkt, der durch archäologische Ausgrabungen auf dem Bergplateau lokalisiert wurde. Der weite, fast ungehinderte Rundblick von der höchsten Kuppe machte ihn außerdem zum idealen Beobachtungsposten. Vor dem Limberg befand sich ein Übergang über den Rhein, im Osten und im Westen verliefen wichtige Römerstraßen durch das Rheintal. Aus strategischen Gründen legten im 6. oder 7. nachchristlichen Jahrhundert auch die Franken auf der Südspitze des Berges einen militärischen Stützpunkt an, aus dem die kaum erhaltene "Alte Limburg" später hervorging. Die Franken hatten in der entscheidenden Schlacht von 496 die Alemannen vernichtend geschlagen und integrierte den nicht politisch einheitlich organisierten germanischen Volksstamm im Laufe von 3. Jahrhunderten in ihr Reich ein. Dies geschah insbesondere durch die Aufteilung des Alemannenlandes in Gaue und durch die Schaffung von befestigten Verwaltungsorten.

Alte Limburg
Im 11. Jahrhundert wanderte die Limburg von der Ostseite des Berges auf die Westseite. Dies geschah auf Wunsch der Zähringer, die im 11. Jahrhundert den Breisgau herrschaftlich verwalteten und überall ihre militärischen Stützpunkte aufbauten. Nur wenige Kilometer entfernt hatte das Herrschergeschlecht der Staufer die Festung Breisach in ihrem Besitz und Zähringer wie Staufer standen zueinander in Konkurrenz. Ein Zeit lang war die Burg im Besitz der Grafen von Habsburg. Der Sage nach soll sogar Rudolf von Habsburg auf der Limburg geboren worden sein. Im 13. Jahrhundert stritten sich die Grafen von Freiburg, die Erben der Zähringer, und die Habsburger um die Befestigungsanlage am Rhein. Doch die Grafen von Freiburg gerieten wegen ihrer selbst verschuldeten Finanzkrise im ausgehenden Mittelalter ins politische Abseits und somit kam die Burg endgültig in den Besitz der Habsburger. Kaiser Friedrich III. übertrug später die Herrschaft Sasbach und die dazugehörige Limburg der Familie Giradi von Kastell.

Limburg
Im Bauernkrieg schienen die Bewohner der Limburg ein glückliches Händchen mit den Aufständischen zu haben, denn eine Zerstörung der Limburg ist nirgends erwähnt. Was allerdings zu ihrer Zerstörung geführt haben mag, ist auch nicht bekannt. Vermutlich wurde sie ein Opfer der Streitigkeiten zwischen Habsburgern und dem Königreich Frankreich in den vielen Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts. Der Limberg ist heute ein wichtiges Naherholungsgebiet, Weinberg und Ort eines interessanten wissenschaftlichen Lehrpfads zugleich. Der zirka 6 Kilometer lange Wanderweg erschließt den Berg mit all seien historischen und geologischen Zeugnissen. Zugleich sind entlang des wissenschaftlichen Lehrpfads fast 100 beschriftete Tafeln aufgestellt, die neben Geschichte auch auf Flora und Fauna eingehen.

Burgruine Limburg
Die erste urkundliche Nachricht der Burgruine Limburg am Kaiserstuhl stammt aus der Zeit zwischen 1215 und 1221, als sich die Burg im Besitz der Grafen von Habsburg befand. Die besondere Bedeutung der Limburg liegt in ihrer Lage über dem Sasbacher Rheinübergang. Die Ruine steht als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz.

Geologie Limburg
Der geologische Untergrund des Limbergs setzt sich vor allem aus den vulkanischen Gesteinen Limburgit und Olivinnephelinit zusammen. Die vulkanischen Bildungen hängen mit dem einstigen Vulkanismus des Kaiserstuhls zusammen. Die Plateau- und Osthanglagen sind mit Löss überlagert und bieten Toplagen für den Weinbau.

Naturschutzgebiet Limberg
Ein Großteil des Limbergs ist teil des Naturschutzgebiet Limberg auf dem Gebiet der baden-württembergischen Gemeinde Sasbach am Kaiserstuhl und wurde im Jahr 1973 ausgewiesen.

Parkmöglichkeiten
Den Limberg erreicht man vom Sasbacher Ortskern aus in rund 15 Gehminuten. Direkt am Limberg befindet sich der Limburg-Parkplatz Sasbach am Kaiserstuhl. Hier startet der Lehrpfad Limberg oder es bieten sich Möglichkeiten, für kleine Spaziergänge auf oder rund um den Limberg.

Wissenschaftliche Lehrpfad
Der Wissenschaftliche Lehrpfad Limberg wurde im Jahre 1977 angelegt. Die Länge des Rundwanderweges, der über den Limberg und Lützelberg sowie entlang der Rheinauen verläuft, beträgt rund 6 km. Abkürzungen sind jederzeit möglich. Über 90 Lehrpfad-Tafeln informieren aus den Fachgebieten Geologie und Mineralogie, Naturschutz, Geschichte, Wein- und Obstbau, Landeskunde Rheinbau und Wasserwirtschaft.

Limberg

79361 Sasbach am Kaiserstuhl

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