gnau, genau
Schriftsprache
➔ genau (Adjektiv)
Textbeispiel
“In dem Fall also nur no "Faulenzen"? Ja, worum au nit, denn im Gegesatz zu dem, wa en "Faulenzer" im negativen Sinn usmacht, dä durch si absolutes Nüttue und Nütdenken vor Fuulheit stinkt, isch da erstrebenswerte, positive "Faulenzen", vu dem jetzt do d Red isch, als krasses Gegeteil ebe genau die musisch lockere Freizitbeschäftigung mit allerlei Sache und Sächili, die jedem - je noch persönlicher Fason - Spaß mached, egal öb si nun praktischer Art oder geistiger Natur sind.”
Autor | Hubert Roth (Mundartautor) | Fenschtergügsler |
“Wenn er vu de Sorge vu de Landwirt vezellt, wo Angscht um ihre Vieh hen, wo jetz wieder durch de Wolf bedroht wird, merkt mr, dass er genau weiß, dass alli im Dialog bliibe miän un dass mr Erfahrunge us Brandenburg oder us de Pyrenäe nit eifach uf de Schwarzwald ibertrage kann.”
Muettersproch-Gsellschaft | Alemannisch dunkt üs guet | Heft 2 2023
“Vu dört weg sind es genau no 40 Täg bis zum kalendarische Winteraafang.”
Autor | Hubert Roth (Mundartautor) | Fenschtergügsler |
“Dreihundert Liter faßt mii Faß, s isch Maische drin zuem Brenne, i füll dä Zettel us voll Haß, sottsch alles gnau benenne.”
Autor | Werner Richter (1929-2018) |
“Üs selber entschuld(ig)en goht halt eifach nit. Mr merkt an dene paar Sätz, dass es bi dem Vorgang, dä mir landläufig als "Entschuldigung" bezeichned, gnau gnoh um nüt anderes als um da sogenannte "Verzeihen" goht.”
Autor | Hubert Roth (Mundartautor) | Fenschtergügsler |
“Es gäb no viil, i wüßt-is gnau was ich gern moole det, e Morgerot im Tagesgrau, e Veieli im dunkle Blau, e Bach im wilde Bett.”
Autor | Werner Richter (1929-2018) |
Alemannisch Lexikon
Im Alphabet davor
Alemannische Sprache
Ganz im Südwesten Deutschlands wird eine Sprache gesprochen, die Sprachwissenschaftler als Alemannisch bezeichnen. Die alemannische Sprache wird aber auch außerhalb Deutschlands in den angrenzenden Ländern und Sprachräumen geschwätzt, im Elsass, im österreichischen Vorarlberg, im deutschsprachigen Teil der Schweiz, im Fürstentum Liechtenstein und in einigen kleinen Sprachinseln Norditaliens.


