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Naturschutzgebiet Taubergießen

Der Taubergießen ist ein rechtsrheinisches Auengebiet im Südwesten Baden-Württembergs, am südlichen Oberrhein zwischen Kaiserstuhl und dem Großraum Offenburg-Straßburg gelegen. Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet erstreckt sich auf rund 2400 Hektar entlang des Rheins. Hier ist es noch möglich, eine ungefähre Vorstellung davon zu bekommen, wie die Rheinauenlandschaft vor der Tullaschen Flussregulierung ausgesehen hat. Das Naturschutzgebiet liegt geographisch Mitten in der südlichen Oberrheinebene - überwiegend in der Gemarkung der Gemeinden Kappel-Grafenhausen, Rust und Rheinhausen - und teilweise auf der Gemarkung von Weisweil und Wyhl. Aus historischen Gründen sind jedoch 1.000 ha im Eigentum der französischen Gemeinde Rhinau.

Durch die Begradigung des Rheins im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde eine Veränderung des Grenzverlaufs zwischen Deutschland und Frankreich vorgenommen, die jedoch die durch den wechselnden Verlauf des Flussbettes entstandenen Besitzverhältnisse nicht veränderte. Auf der französischen Rheinseite grenzt der Taubergießen an das französische Schutzgebiet Réserve naturelle de l`Ile de Rhinau. Das Naturschutzgebiet "Taubergießen" gehört auch zu den letzten Naturparadiesen entlang des Rheins. Zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen haben hier ihre Heimat. Entstanden ist das von Vogesen und Schwarzwald eingeschlossene Gebiet in der Oberrheinischen Tiefebene, als der Weg des Rheins nicht mehr zur Rhône und damit ins Mittelmeer, sondern sich bei Basel sich seinen Weg nach Norden bahnte. Die entstandene Rheinische Tiefebene benutzte der Rhein fortan als Flussbett und schuf dabei eine kilometerbreite Stromauenlandschaft.

Durch die regelmäßige Gletscherschmelze in den Alpen und die Wassermassen, die aus den verschiedenen Zuflüssen in den Rhein aus Vogesen und Schwarzwald strömten, kam es in der Oberrheinebene immer wieder zu großflächigen Überschwemmungen. Das ist zwar ein natürlicher Vorgang, doch für den Menschen brachte diese auch immer viele Probleme mit sich. Durch die im 19. Jahrhundert folgende Rheinbegradigung des badischen Ingenieurs Johann Gottfried Tulla (1770-1828) wurde diesem Problem weitgehend gelöst, doch neue Probleme folgten auf diesen tiefen Eingriff in die Landschaft. Durch den beschleunigten Abfluss des Rheinwassers senkte sich der Grundwasserspiegel ab, was zur Versteppung der Wiesen, Wälder und Felder führte. Viele Tier- und Pflanzenarten starben aus und der Fischreichtum ging stark zurück. Auch die Erstellung des Rheinseitenkanals auf der französischen Seite im letzten Jahrhundert führte zu einem weiteren Absinken des Wasserspiegels. Nur durch die künstliche Erhaltung von alten Rheinarmen und Feuchtgebieten konnte ein Naturparadiese wie der Taubergießen erhalten werden. Verschiedene Wanderwege führen heute durch das Landschaftsschutzgebiet. Noch besser und entspannender lässt sich diese Wildnis mit einer Bootsfahrt erleben.
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