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Badische Revolution im Schwarzwald

Die Badische Revolution im Schwarzwald von 1848/1849 im Großherzogtum Baden war eine bedeutende militärische Erhebung, die ihre Wurzeln im Bürgertum hatte. Die Niederwerfung des Badischen Aufstands allerdings markierte zugleich das Ende der revolutionären bürgerlichen Freiheits- und Einheitsbestrebungen für lange Zeit und den Beginn der preußischen Hegemonie nicht nur im Schwarzwald und in Baden, sondern in ganz Deutschland. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die politische Landschaft Europas völlig neu gestaltet. Im Zuge der Neuordnung Europas nach den napoleonischen Kriegen wurde der Schwarzwald zwischen Baden und Württemberg aufgeteilt. Bereits im Jahr 1809 nahm im säkularisierten Kloster St. Blasien die erste Maschinenfabrik Badens ihren Betrieb auf. Im Jahr 1825 wurde in Karlsruhe die erste Technische Hochschule Deutschlands gegründet. Die Industrialisierung schritt überall voran, mit all ihren sozialen Folgen für die Menschen.

Die vom badischen Großherzog Karl im Jahre 1818 unterzeichnete Badische Verfassung gilt bis heute als die liberalste in ganz Europa zu jener Zeit. Es entstand auch dadurch eine offensive und eine breite bürgerliche Bewegung, deren Vertreter die Beendigung der Kleinstaaterei zugunsten der deutschen Einheit unterstützten und forderten. Als im Februar 1848 in Frankreich die Republik ausgerufen wurde, schwappte die revolutionäre Energie auch in das grenznahe Baden und lößte die Badische Revolution aus. Der Schwarzwald, der Oberrhein und der Hochrhein mit Hotzenwald und der Klettgau galten – unabhängig von der Badischen Revolution - schon immer als Ort des Widerstandes. Der Bundschuhaufstand und der Bauernkrieg 1524/1525 hatten bereits im 16. Jahrhundert ihre Wurzeln im deutschen Südwesten. Die Hotzenwälder, insbesondere die Salpeterer, sorgten im 18. Jahrhundert ebenso für Widerstand gegen die Obrigkeit, bis zu ihrer Ausweisung ins Banat. Auch die Badische Revolution fand überwiegend im Herzen des Schwarzwald statt.

Als die Demokraten vor rund 150 Jahren mit besonderem Nachdruck für persönliche Freiheitsrechte, eine parlamentarische Staatsorganisation und für nationale Selbstbestimmung kämpften, fanden in den Dörfern und Städten politische Versammlungen und spontane Demonstrationen statt. In Konstanz, Freiburg und Offenburg kam es sogar zu Veranstaltungen mit mehreren Tausend Teilnehmern. Demokratische Freischärler aus der Schweiz und dem Bodenseeraum zogen durch den Schwarzwald und seine Randgebiete. Legendär wurde der Zug von Aufständischen unter der Führung von Friedrich Hecker durch den Schwarzwald. Der radikaldemokratische Flügel der Einigungsbewegung und seine Führer Friedrich Hecker und Gustav von Struve hatten den bewaffneten Aufstand gefordert. Friedrich Hecker rief am 13. April 1848 die "Deutsche Republik" aus und zog von Konstanz aus mit einer Truppe bewaffneter Männer nach Karlsruhe, um im Land die Republik durchzusetzen. Der von ihm erhoffte massenhafte Zulauf auf seinem Weg in die badische Landeshauptstadt findet er allerdings nicht, auch nicht im Südschwarzwald, durch den ihn sein Weg führt. Heckers kleine Truppe- die von rund zwei Dutzend auf rund 800 Leute angewachsen war, wurde am 24. September 1848 von Soldaten des Deutschen Bundes bei Kandern im Südschwarzwald besiegt. Hecker konnte in die Schweiz flüchten und wanderte schließlich in die USA aus.

Später verteidigten badische Soldaten ihre Revolution auf den Schwarzwaldpässen gegen die angreifenden Preußen. Die Preußen siegten zwar aufgrund ihrer personellen und materiellen Überlegenheit, aber der Kampf um die Freiheit war langfristig gesehen nicht gescheitert. Die demokratischen Ideen blieben lebendig. Es führte sogar ein Weg von den dreizehn Offenburger Forderungen aus dem Jahr 1847 zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Einige ihrer bekanntesten Köpfe jener Zeit waren beispielsweise Friedrich Hecker, Gustav von Struve und Georg Herwegh.

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