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Wissen | Leo Wohleb (1888-1955)

Leo Wohleb (1888-1955)

Leo Wohleb wurde am 2. September 1888 in Freiburg geboren. Er war das erste Kind aus der Ehe von Joseph Wohleb mit der Luise Stephanie, geborene Streicher, aus Gottenheim am Tuniberg. Der Vater, der Buchhalter in einem Rechtsanwaltsbüro und zugleich Verwalter der Kirchensteuerkasse der Stadtpfarrei von St. Martin war, entstammte einer alteingesessenen Freiburger Bürgerfamilie. Leo wurde wie sein Bruder Ludolph Joseph und seine ebenfalls später geborene Schwester Amelie in katholischer Tradition erzogen. In seiner Heimatstadt besuchte er das Berthold-Gymnasium, die älteste Schule der Stadt Freiburg, die bereits im Jahr 1725 gegründet wurde. Nach dem Abitur studierte er an der Freiburger Universität. Sein Staatsexamen für das höhere Lehramt schloss er mit der Auszeichnung "vorzüglich" ab. Am Bertoldgymnasium absolvierte er schließlich sein Referendariat.

Der Kriegsausbruch im Sommer 1914 beendete zunächst seine Lehrtätigkeit in Freiburg. 1920 kehrte er als Professor wieder an das Berthold-Gymnasium zurück, wo er die nächsten 10 Jahre unterrichtete. Durch seine wissenschaftlichen Tätigkeit genoss Leo Wohleb sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule hohes Ansehen. Er veröffentlichte zahlreiche Arbeiten, die über Freiburg hinaus Anerkennung fanden. Im Jahr 1931 wurde er als Ministerialreferent ans Kultusministerium berufen, wo er bis 1934 tätig war. Nach Auseinandersetzungen mit Vertretern der Nationalsozialisten wurde er an das Baden-Badener Gymnasium Hohenbaden versetzt. An Ostern 1934 begann er an dieser Schule seine Arbeit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte sich Wohleb verstärkt politisch und hatte kaum noch Zeit, sich seiner ursprünglich wissenschaftlichen Arbeit zu widmen. Seit der Gründung der Badischen Christlich-Sozialen Volkspartei war Leo Wohleb deren Vorsitzender und wurde 1947 zum ersten badischen Staatspräsidenten gewählt. Wohleb hat zielstrebig das Grundgesetz für das Land Baden auf den Weg gebracht, war im Nachkriegsdeutschland ein zuverlässiger Weggefährte Konrad Adenauers und war mit dem ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss in vertrautem Kontakt. Ausgangspunkt seiner politischen Tätigkeit waren die Veränderungen, die sich durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges ergaben. Frankreich wurde auf der Konferenz von Jalta 1945 eine eigene Besatzungszone in Deutschland eingeräumt. Die Teilung zwischen amerikanischer und französischer Zone in Südwestdeutschland ging entlang der Autobahn Karlsruhe-Stuttgart-Ulm, der heutigen A 8.

Da Frankreich an möglichst kleinen Verwaltungseinheiten interessiert war, schuf es in seiner Besatzungszone zwei Verwaltungseinheiten, Württemberg-Hohenzollern und Südbaden. Hauptstadt der Verwaltungseinheit Südbaden mit damals ca. 1,3 Millionen Einwohnern wurde am 1. Dezember 1945 Freiburg im Breisgau. Am 22. Mai 1947 erhielt Südbaden eine Verfassung, die schon im Vorwort deutlich machte, dass Südbaden den Anspruch erhob, Nachfolger und Bewahrer des alten Baden zu sein. Die Regierung unter Leo Wohleb (CDU) war auch von Beginn an energischer Gegner des Südweststaats, also des Zusammenschlusses der drei Besatzungszonen auf der Fläche der ehemaligen Länder Baden und Württemberg.

Bei der Volksbefragung 1950 und ebenso bei der Volksabstimmung 1951 stimmten die Südbadener als einzige gegen die Bildung eines Südweststaats, wurden dabei aber durch die mengenmäßig größere Bevölkerungszahl in Nordbaden überstimmt, so dass im ehemaligen Land Baden eine Mehrheit für den Zusammenschluss zum neuen Bundesland Baden-Württemberg vorhanden war. 1952 ging Baden trotz heftiger Gegenwehr und verschiedener Verfassungsklagen in Baden-Württemberg auf. Als badischer Staatspräsident arbeitete Leo Wohleb von 1947 bis 1952 im Colombi-Schlössle, der Staatskanzlei des selbstständigen Staates Südbaden. Im Leo-Wohleb-Saal, dem ehemaligen Arbeitszimmer des letzten badischen Staatspräsidenten, finden heute im Rahmen des Museum für Ur- und Frühgeschichte Sonderausstellungen statt. Leo Wohleb starb im Alter von 66 Jahren am 12.3.1955 in Frankfurt am Main. Er wurde auf dem Freiburger Hauptfriedhof mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt.

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