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Schwarzwald (1618-1806)

Der Dreißigjährige Krieg und die folgenden Erbfolgekriege machen aus dem Schwarzwald und dem Oberrhein ein Krisengebiet. Aus den blühenden Landschaften und prosperierenden Städten werden Kriegsschauplätze, bedeutende Kulturgüter werden zerstört und ein Großteil der Bevölkerung stirbt.

In der ersten Hälfte des langen Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) blieb der Schwarzwald vom Kriegsgeschehen noch verschont, doch in der zweiten Hälfte dieses schrecklichen Krieges trifft es den Oberrhein am Westrand des Schwarzwalds umso schrecklicher. Man geht davon aus, das rund zwei Drittel der Bevölkerung dem Krieg zum Opfer fielen. Nach dem Krieg folgten Krankheiten, Viehseuchen und Ernteausfälle. Die Schrecken des Krieges schrieb Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen in seinem Buch Simplicissimus Teutsch nieder. Er lebte eine Zeit lang in der Ortenau und die Museen von Oberkirch und in Renchen gewähren daher einen Einblick in sein Werk und die Geschichtsepoche .

Kaum war der lange Krieg vorbei, wurde der Schwarzwald in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts durch die Eroberungskriege des französischen Königs Ludwig XIV. erneut verwüstet. Zurück blieben abermals Elend und Not sowie ausgebrannte Höfe und entvölkerte Dörfer. Der vorderösterreichische Breisgau wird für eine Zeit lang französisch und Freiburg und Breisach zu gigantischen Festungen ausgebaut. Das 18. Jahrhundert beginnt mit dem Spanischen Erbfolgekrieg. Der Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, auch der Türkenlouis genannt, starb an seinen Verletzungen, die er von der Schlacht von Höchstädt, der ersten größeren Auseinandersetzung im Spanischen Erbfolgekrieg, trug. Abermals war auch der Schwarzwald und der Oberrhein schwer von der kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen, vor allem das badische Herrschaftsgebiet.

Um die entvölkerten Dörfer wieder mit Leben zu füllen, werben die Landsherren Einwanderer aus der Schweiz und aus Tirol an. Die Schweizer und Tiroler kommen zahlreich, die lassen sich auch leicht integrieren, da sie aus dem selben alemannischen Kulturkreis stammen, ähnliche Bräuche haben und vor allem dieselbe Sprache sprechen. Etwa um die Mitte des 18. Jahrhundert sind die Bevölkerungsverluste ausgeglichen, die Bevölkerung wächst sogar wieder.

Große Landstriche des Schwarzwalds waren bis ins 19. Jahrhundert Realteilungsgebiet, eine Form des Erbe auf dem Lande, bei dem der Landbesitz eine Familie unter den Erbberechtigten real aufgeteilt wird. Dies führte aber im Laufe der Zeit zu Kleinstparzellen und sorgte bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum dazu, dass für immer mehr Menschen das Land als bäuerlichen Existenzgrundlage nicht mehr ausreichte. Viele sahen daher nur die Lösung im Auswandern. Es gingen bereits die Geschichten aus dem fernen Amerika um, wo Freiheit und viel freies Land locken. Um 1750, 1770 und 1790 gab es ganze massive Auswanderungsschübe. Im Zug der Neuordnung Europas wird Baden zum Großherzogtum erhoben, Württemberg zum Königreich und Vorderösterreich verschwindet von der Landkarte. Der Schwarzwald ist daher zu Beginn des 19. Jahrhundert nur noch in zwei verschiedene territoriale Herrschaften aufgeteilt, in eine badische und eine schwäbische.

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