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Freiburg (Breisgau) | Freiburg unter dem Haus Habsburg (1368-1805)

Freiburg unter dem Haus Habsburg (1368-1805)

Bei der Habsburgischen Länderteilung 1379 wurden Herzog Leopold III. von Habsburg die so genannten österreichischen Vorlande mit dem Breisgau und der Stadt Freiburg zugesprochen. Freiburg war die Jahre zuvor erstmals in eine finanzielle Schieflage geraten. Der Loskauf von den Grafen von Freiburg, eine einsetzende Rezession und der Rückgang der Erträge aus dem Bergbau hinterließen ihre Spuren bei den Bürgern.

Durch die Übernahme durch die Habsburger wurde Freiburg auch gleich in den Kampf gegen die Eidgenossenschaft verwickelt, was nicht nur eine finazielle Beteiligung bedeutete, sondern zugleich die Unterstützung des habsburgischen Heeres durch eigene Ritter. IM Jahr 1386 in der Schlacht bei Sempach wurde dadurch fast der gesamte breisgausche Adel auf dem Schlachtfeld ausgelöscht, der als Folge dessen im Stadtregiment nie wieder zum Zuge kam. Damit übernahmen erstmals die Zünfte die Macht im Stadtrat. Zeitweise wurde Freiburg sogar freie Reichsstadt, konnte aber unter Herzog Friedrich wieder in die habsburgerische Hausmacht zurückgeholt werden.

Freiburg spielte im 15. Jahrhundert unter den Habsburgen dann eine führende Rolle im oberrheinischen Rappenmünzbund. Durch Gründung der Universität Freiburg gab Erzherzog Albrecht VI. von Österreich der Stadt 1457 auch einen geistigen Auftrag und zwischen den älteren Universitätsstädten Basel und Straßburg am Oberrhein erhielt Freiburg dadurch zusätzlichen Einfluss. Das Münster wurde 1513 vollendet, nachdem man bereits im 13. Jahrhundert mit dem Kirchenbau begonnen hatte. Die Vorliebe Kaiser Maximilians I. (1493-1519) für die Hauptstadt des Breisgaus brachte Freiburg ebenso manche Vorteile. Unter anderem gab es ein neues Kaufhaus, der Reichstag von 1498 fand in der Freiburger Gerichtslaube statt und Freiburg erhielt das Recht, Goldmünzen zu prägen.

Freiburg war dann im frühen 16. Jahrhundert zeitweise in die Bauernunruhen einbezogen, konnte sich aber vor größere Schäden stets bewahren. Die Arbeit an der Universität zeigt erste Erfolge. Gregor Reischs "Margarita Philosophica", ein enzyklopädisches Standartwerk der "Sieben Freien Künste", erschien in Freiburg und feierte in zahlreichen Neuauflagen lange Zeit großen Erfolg. Der ehemalige Student und Freiburg Kartograph Martin Waldseemüller brachte die erste Weltkarte überhaupt heraus, die die Erde kugelförmig darstellt und den Namen Amerika einführte. Die Reformation ging an Freiburg weitgehend vorbei. Zwischen 1529 und 1648 suchte sogar das Basler Domkapitel hinter Freiburgs Stadtmauern Zuflucht. In dessen Gefolge kam auch der Humanist und Philosoph Erasmus von Rotterdam einige Jahre nach Freiburg.

Nachdem Freiburg schon im Dreißigjährigen Krieg schwere Belagerungen zu ertragen hatte, wurde es in der Folgezeit als Hauptfestung des vorderösterreichischen Gebietes voll in den Machtkampf mit Frankreich einbezogen. Die Habsburger hatten nach Verlust ihrer elsässischen Besitzungen Freiburg 1651 zur Hauptstadt ihrer vorderösterreichischen Lande gemacht. 1677 wurde es dennoch von Franzosen erobert und bis 1697 unter Leitung des Militärarchitekten Sébastien Le Prestre de Vauban in eine imponierende Festung verwandelt. Im Zuge dieser Befestigungsmaßnahmen fielen die alten Vorstäte Neuburg und Lehener Vorstadt zum Opfer.

Ab 1679 gehörte Freiburg durch den Vertrag von Nimwegen staatsrechtlich zu Frankreich. Die gerade durch Franzosen modern befestigte Stadt kam im Frieden von Rijswijk (1697) dann wieder zurück an Österreich, wurde aber 1714 und 1744 wiederum von Frankreich erobert. Die durch Vauban errichteten Festungswerke wurden schließlich 1745 beim Abzug von den Franzosen samt den Befestigungsanlagen auf dem Freiburger Schlossberg völlig zerstört. Die Detonationen müssen so heftig gewesen sein, dass ein Großteil der Altstadtgebäude Risse und Mauereinstürze wie nach einem Erbeben verzeichneten. In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zählte Freiburg nur noch rund 3000 Einwohner und war völlig verarmt. An der Universität waren zeitweise weniger als 100 Studenten immatrikuliert.

Erstes Großereignis und Wendepunkt nach vielen Jahrzehnten der Zerstörung wurde 1770 der Besuch der Kaisertochter Marie Antoinette und Joseph II. von Österreich im Jahre 1777. Letzterem ist seither die Kaiser-Joseph-Straße gewidmet, die einstmals schlicht "Große Gasse" genannt wurde. Während der Französischen Revolution flüchteten viele französische Adelige nach Freiburg. Die Stadt wurde 1796 vorübergehend von den Revolutionstruppen eingenommen. Im Frieden von Luneville fiel der Breisgau mit Freiburg 1801 an den Herzog von Modena und zu Beginn des 19. Jahrhundert an das neu entstandene Großherzogtum Baden. Eine letztes Zeichen der Verbundenheit Freiburgs mit den Habsburgern signalisierten die Bürger der Stadt im Jahr 1813, als die gegen Napoleon verbündeten österreichische Truppen im Winter 1813 auf dem Wege nach Paris durch Freiburg zogen. Die noch immer habsburgtreuen Freiburger bereiteten Kaiser Franz I. von Österreich einen begeisterten Empfang.
Freiburg unter dem Haus Habsburg (1368-1805)

Foto: Freiburg unter dem Haus Habsburg (1368-1805)

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