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Wissen | Karl von Baden

Karl von Baden

Karl von Baden wurde am 6. August 1786 in Karlsruhe geboren. Seit Vater war Karl Ludwig, der 1755 als ältester Sohn von Markgraf Carl Friedrich geboren worden war. Er heiratete am 1774 in Amalie Friederike von Hessen-Darmstadt Darmstadt und Karl war der einzige männliche Nachkommen des badischen Erbprinzenpaares Karl Ludwig und Amalie von Hessen-Darmstadt. Als Karl von Baden sich gerade in der Pubertät befand, verstarb sein Vater am 16.12.1801 bei einem schweren Unfall in Schweden. Er hatte dort seine Tochter besucht, die seit 1797 mit Gustav IV., König von Schweden, verheiratetet war. Von diesem Zeitpunkt an war der junge Karl Erbprinz des badischen Herrscherhauses und damit Thronfolger. Seine Mutter, Amalie Friederike von Hessen-Darmstadt, bewohnte nach dem Tod ihres Mannes ab 1806 das Schloss in Bruchsal. Wegen der zahlreichen hochrangigen Hochzeiten ihrer 6 Töchter nannte man sie auch die "Schwiegermutter Europas".

Karl hatte einen bereits im Jahr 1784 geborenen älteren Bruder mit dem Namen Karl Friedrich, der aber noch vor Karls Geburt verstarb. Von seinen sechs Schwestern sind fünf älter als er selbst. Zuerst kam 1776 die 1823 ledig verstorbene Amalie zur Welt. Ebenfalls 1776 wurde Karoline geboren. Sie heiratete 1797 den 20 Jahre älteren Maximilian von Bayern. Maximilian starb 1825, Karoline 1841. Im Jahr 1779 wurde Luise geboren. Luise heiratete 1793 als noch 14-jährige den Zaren Alexander von Russland und wurde Zarin Elisabetha Alexejewna. Zar Alexander starb im Jahr 1825, Luise bereits ein Jahr später. Im Jahre 1781 kam Friederike zur Welt. Sie heiratete im Jahr 1797 Gustav IV., König von Schweden. 1809 wurde Gustav entthront und sie zog mit ihrem Mann zu ihrer Mutter ins Schloss Bruchsal. Die Ehe mit Gustav IV. wurde 1812 geschieden. Friederike starb 1826, Gustav IV. im Jahr 1837. Die 1782 geborene Marie heiratete Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel. Sie starb bereits 1808 bei der Geburt ihrer Tochter in Bruchsal, ihr Mann 1815. Wilhelmine ist 1788 geboren und als einzige Schwester jünger als Karl. Sie heiratete Großherzog Ludwig von Hessen. Sie verstarb 1836, Großherzog Ludwig 1848.

Als der junge Karl von Baden 15 Jahre alt war, übernahm nun sein Großvater Markgraf Karl Friedrich und seine Mutter Amalie die weitere Erziehung des jungen Erbprinzen. Am 19.04.1806 wurde Karl aus politischen Gründen mit Stéphanie de Beauharnais (1789-1860) vermählt, die prunkvolle Hochzeit fand in Paris statt. Sie wurde 1789 als Einzelkind in Versailles geboren und war eine Nichte von Napoleons Frau Josephine. Um sie gesellschaftlich ebenbürtig zu machen, adoptierte Napoleon Stephanie vor der Hochzeit. Die Ehe zwischen dem jungen Karl von Baden und Stephanie verlief zunächst unglücklich, da beide in ihrem Charakter als zu unterschiedlich galten. Karl von Baden lebte sein Leben wie ein Junggeselle weiter, und Stephanie fühlte sich am badischen Hof nicht zu Hause. Das Jahr 1811 war für Karl von Baden ein schwerer Einschnitt in seinem Leben. Er musste das Erbe seines verstorbenen Großvaters antreten und als zweiter Großherzog die Regierung des noch jungen Großherzogtum Badens übernehmen.

Im Jahr 1812 wurde das zweite Kind des großherzoglichen Paares geboren. Karl von Baden hatte insgesamt fünf Kinder, drei Töchter und zwei Söhne. Seine älteste im Jahr 1811 geborene Tochter Luise heiratete Gustav von Schleswig-Holstein-Gottorp und starb 1854. Der am 29.09.1812 geborene männliche Thronfolger erkrankte überraschend in der Nacht zum 16.10. und starb. Bei der eilig vorgenommenen Nottaufe wurde überraschend kein Name vergeben. Hartnäckig hielten sich Gerüchte, der verstorbene sei möglicherweise nicht der Thronfolger gewesen, sondern ein gleichaltriges krankes Kind. Der Thronfolger sei vielmehr entführt worden und Jahre später in Nürnberg wieder aufgetaucht, wo er als Caspar Hauser bekannt wurde. Caspar Hauser wurde 1833 in Ansbach ermordet. Sein Schicksal bewegt bis heute viele Menschen und er kommt alle Jahre wieder, je nach neustem Forschungsstand, auf die Titelseiten deutscher Zeitungen. Die im Jahr 1813 geborene Josephine heiratete 1834 Karl Anton von Hohenzollern-Siegmaringen und lebte bis 1900. Im Jahr 1816 bekam Karl einen weiteren Sohn, der aber im Folgejahr ebenfalls verstarb. Sein jüngstes Kind hieß Marie. Sie wurde kurz vor seinem Tod im Jahr 1817 geboren und heiratete 1847 Wilhelm Herzog von Hamilton. Marie verstarb im Jahr 1888.

Die politischen Spannungen beim Amtsantritt von Karl ab 1811 waren enorm, nicht nur in seinem eigenen Land, sondern in ganz Mitteleuropa. Die Vorherrschaft des französischen Kaisers Napoleon hat ihren Zenit überschritten und die politische Landschaft im Herzen des Kontinents bebte an allen Ecken. Seine verheerenden Feldzüge, denen auch Tausende badische Untertanen zum Opfer fielen, bescherten ihm keine militärischen Erfolge mehr. Großherzog Karl von Baden hatte sich als Folge des schwindenden Einflusses Napoleons auf die Seite der Antinapoleonischen Koalition gestellt, er widersetzte sich aber der Aufforderung der Verbündeten gegen Kaiser Napoléon, sich von seiner Frau aus dem Haus Napoleons zu trennen, da die Ehe von ihm einst eingefädelt worden war. In den Jahren 1814 und 1815 berieten die europäischen Fürsten in Wien über eine politische Umgestaltung Europas. Großherzog Karl war, nachdem er sich auf die Seite der Sieger geschlagen hatte, nun mit von der Partie. Eine plötzliche schwere Erkrankung des erst 28jährigen nährte zwischenzeitlich das Gerücht, er sei vergiftet worden. In den Folgejahren erkrankte Karl von Baden immer öfters. Der Tod seines zweiten Sohnes, der im Jahr 1817 im Alter von nur einem Jahr gestorben war, hinterließen auch beim ihm nicht gerade gesundheitsfördernde Spuren. Nachdem im selben Jahr ein Mädchen als letztes Kind des Paares geboren wurde, zog sich der badische Großherzog Karl zurück.

Am 22. August 1818 unterzeichnete Karl noch kurz vor seinem Tod die neue Badische Verfassung, die unter anderem festlegte, dass die Stände (Adel, Universitäten, Städte, Kirchen) des Landes Vertreter wählen durften, die zusammen den Landtag bildeten. Dieser hatte wiederum ein Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht hatte, wenn es um die Finanzen des Badisches Landes ging. Großherzog Karl von Baden starb am 08.12.1818 im Rastatter Schloss. Nach seinem Tod wurde sein Onkel Ludwig I. Großherzog von Baden. Nach Karl von Baden sind viele Straßen und Plätze nach ihm benannt, die die Karlstraßen in Freiburg und Karlsruhe.

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