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Hotzenwald Auswanderung ins Banat

Immer wieder wird kommen mit der Geschichte des Hotzenwald die Banat und Auswanderung in Zusammenhang. Dabei ist vielen unbekannt, was das Banat überhaupt ist und wie es zu dieser außergewöhnlichen Auswanderung der Hotzenwälder kam. Als Banat bezeichnet man die historische Landschaft zwischen Theiß, Donau, Maros und den Südkarpaten. Die größte Stadt des Banats ist Temesvar. Banat hießen im Mittelalter mehrere südungarische Grenzmarken, die einem Fürsten unterstanden. Seit 1718 war der Name auf das Temescher Banat beschränkt. Diese Landschaft, die seit dem Jahr 1028 zum Königreich Ungarn gehörte, verödete unter der Türkenherrschaft im 16. und 17. Jahrhundert und fiel schließlich 1718 an Österreich. In der Folgezeit wurde sie überwiegend mit Schwaben (Banater Schwaben) neu besiedelt und 1779 mit Ungarn vereinigt. Der südliche und östliche Teil des Banats gehörte ab 1742 zur extra eingerichteten Banater Militärgrenze. Durch die Verträge von Trianon und Sèvres im Jahr 1920 wurde das Banat zwischen Rumänien, Jugoslawien und Ungarn aufgeteilt

Die Auswanderungswelle der Hotzenwälder hatte dagegen andere gründe. Graf Rudolf IV. von Habsburg, der spätere König, eignete sich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts das gerodete und urbar gemachte Land durch Verpfändungen des Königs Konrad IV. an. Darüber hinaus holte er sich das Land rund um den Hotzenwald von dem dort ansässigen Kleinadel. Oftmals zerstörte er als Zeichen seiner Macht die Burgen und Herrschaftssitze dieser Adelsfamilien, so etwa 1271 die Burg der Herren von Tiefenstein im Albtal oder die Burg Werrach beim heutigen Ort Wehr. Mit den bereits vorhandenen Rechten an den Klöstern St. Blasien und Säckingen sicherte Rudolf die Herrschaftsrechte über das gesamte Gebiet, das später im Reichsverband vorderösterreichisch verwaltet wurde und im Jahr 1806 an das Großherzogtum Baden kam. Im Laufe der Jahrhunderte veräußerten oder verpfändeten die Habsburger immer wieder einen Teil ihrer Rechte. Vor allem Herzog Sigmund steckte in Geldnöten und gab Anfang des 15. Jahrhunderts Hof um Hof gegen Geld ab. Davon profitierte vor allem das Kloster St. Blasien, das sich zum Zentrum der Macht über den Südschwarzwald entwickelte.

Mit der Macht- und Einflusszunahme ging schließlich auch das Recht einher, unabhängig von der Zustimmung des Kaisers regelmäßig Steuern einzuführen. Vor allem baute das Kloster aber seine Macht gegenüber seinen hörigen Untertanen aus und sprach von ihnen als seinen Leibeigenen. An diesem Attribut entzündete schließlich sich der Streit im 18. Jahrhundert, als die Hotzenwälder Bauern nicht mehr länger als Leibeigene leben wollten. Unter dem weithin bekannten Salpeterer und Anführer Johann Fridolin Albiez aus dem Dorf Buch begann ein über 30 Jahre andauernde Konflikt. Johann Albiez war im Salpeterhandel tätig, weshalb die aufsässigen Untertanen bald als Salpeterer und der Aufstand als Salpetererunruhen bezeichnet wurden. Die Sprecher der Einungen baten ihren Landesherrn Habsburg-Österreich um Hilfe. Mit der zusätzlichen Kraft des mächtigen Herrscherhauses kam es nicht selten zu Strafaktionen gegen die Aufständischen, in deren Folge die Anführer enthauptet und ihre Mitläufer in das habsburgische Ungarnland verbannt wurden. Man spricht zwar von Banaterschwaben, aber es waren überwiegend Hotzenwälder, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts ihre neue Heimat im Südosten Ungarns fanden.

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