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Breisach | Stephansmünster Breisach

Stephansmünster Breisach

Schon von weitem grüßt das St Stephansmünster in Breisach mit seinen beiden unterschiedlichen Kirchtürmen. Auf dem Münsterberg gelegen, überragt das Breisacher Wahrzeichen die Häuser der Breisacher Altstadt und die Rheinebene. Es ist nicht nur ein ganz besonderes Kleinod im Westen des Breisgaus und am Kaiserstuhl, sondern eine außergewöhnliche kunsthistorische Kostbarkeit am Oberrhein. Bauelemente aus romanischer und gotischer Zeit prägen das Münster, das im ausgehenden 12. Jahrhundert begonnen und im späten 15. Jahrhundert vollendet wurde. Die beiden ungleichen Türme fallen dem Betrachter meist als erstes auf. Den Nordturm weisen klar gegliederte Geschosse und charakteristische Rundbogenarkaden. Er wurde als erster vollendet. Der Südturm mit seinen Maßwerkfenstern ist dagegen ein Werk der Gotik Aus der Gotik ist auch der Chor, der sich im Osten an das dreischiffige romanische Langhaus anschließt sowie der Westbau mit seinen eher spätgotischen Elementen.

Zu den besonderen Kunstschätzen im Inneren des Münsters zählt das Jüngste Gericht von Martin Schongauer. Der aus Colmar im Elsass stammende Künstler, Maler und Kupferstecher, arbeitete von 1488 bis zu seinem Tod im Februar 1491 an seinem Meisterwerk. Leider haben der Zahn der Zeit und kriegerische Zerstörung und auch eine nicht sehr glückliche Restaurierung im letzten Jahrhundert viele Details der Komposition verloren gehen lassen, doch der großartige Eindruck dieses Kunstwerks ist ungebrochen.

Auf der Westwand ist Christus als Richter der Welt auf einem Regenbogen thronend dargestellt. Die Lilie als Zeichen der Gnade sowie das Schwert stehen symbolisch für den Richterspruch. Spruchbänder verweisen auf das Urteil - zwischen den Gefühlen Erwartung und Verzweiflung. Das Werk wird an der Nordwand mit der Darstellung der Hölle fortgesetzt. Ein Flammenmeer mit fürchterlichen Gestalten versinnbildlicht die Qualen der Verdammten. Heiter und gelassen dagegen erscheint die Stimmung bei der Darstellung des Einzugs der Seligen ins Paradies auf der Südseite. Engel begleiten den Zug zur Paradiespforte, eine große Schrifttafel beschreibt die himmlischen Freuden. Dabei sind die Angehörigen aller Stände vereint.

Durch den kunstvoll gestalteten Lettner, eine halbhohe Wand, die den Chor vom Gemeinderaum trennt. gelangt man zum Chor, der einen der schönsten Schnitzaltäre Süddeutschlands beherbergt. Der Hochaltar wurde in den Jahren 1523 bis 1526 vom Meister H.L. (Hans Loi) geschaffen, der auch den Altar in der Niederrotweiler Michaelskirche bei Vogtsburg im Kaiserstuhl schuf.

Der Mittelschrein zeigt in einer ungemein lebendigen Darstellung die Krönung Marias. Gottvater und Christus halten hoch über Marias Haupt eine herrlich mit Blüten und musizierenden Engeln verzierte Krone. Der Heilige Geist wird durch eine darüber flatternde Taube symbolisiert. Auf dem linken Seitenflügel ist der Kirchenpatron Stephanus zu sehen, an dessen Martyrium Steine auf dem Buch in seiner linken Hand erinnern. Neben dem Kirchenpatron Stephanus ist der Heilige Laurentius. Der rechte Flügeldes Mittelschrein ist den Stadtpatronen Protasius und Gervasius gewidmet.

Zu den weiteren besonderen Schätzen des Breisacher Münsters zählt der silberne Reliquienschrein, der den beiden Stadtpatrone Protasius und Gervasius gewidmet ist. Er wurde im Jahr1496 vom Straßburger Goldschmied Peter Berlin aus Wimpfen vollendet. Der Schrein ist mit Heiligenfiguren und Szenen aus Legenden verziert. Auf einer der Schmalseiten ist die Überführung der Gebeine der Stadtpatrone ins St. Stephansmünster zu sehen, verbunden mit einer Stadtansicht Breisachs von Westen. Im Jahr 1162 soll Rainald von Dassel - Erzbischof von Köln und Erzkanzler von Italien – die Reliquien der Heiligen Gervasius und Protasius nach Breisach gebracht haben

Im Querhaus kann man das Sakramentshaus betrachten, eine Steinmetzarbeit aus der Zeit um 1520, die Heilig-Grab-Nische von 1517 sowie eine Kreuzigungsgruppe, Ende des 15. Jahrhunderts von einem Straßburger Meister aus Lindenholz geschaffen. Die reich verzierte Renaissancekanzel sind ein Werk Johannes Jeger und wurde 1597 vollendet. Die bunten Fenster in den Seitenschiffen des St Stephansmünster und Apsiden (Wölbung, Bogen) gestaltete Peter V. Feuerstein 1967 mit Szenen aus der Geschichte des Gottesvolkes.

Stephansmünster Breisach

 Pfarrgemeinde Sankt Stephan

Münsterplatz 3

79206 Breisach

www.st-stephan-breisach.de

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Stephansmünster Breisach

Foto: Stephansmünster Breisach

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