Mühlkanal Bad Krozingen
Der historische Mühlkanal in Bad Krozingen, oft auch auch Mühlebach genannt, spielte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes. Er wurde als künstlich Nutzwasserkanal angelegt, um die Wasserkraft des Flusses Neumagen für das lokale Handwerk nutzbar zu machen. Der Kanal zweigt südöstlich vom Ortsteil Oberkrozingen vom Fluss Neumagen ab. Er leitet das Wasser mitten durch den alten Ortskern von Bad Krozingen und mündet westlich der Krozinger Basler Straße wieder zurück in den Neumagen. Durch die konstante Strömung konnten am Mühlkanal die Wasserräder von zeitweise vier Mühlen angetrieben werden. Das heute am besten erhaltene Zeugnis dieser Ära ist die ehemalige Litschgi-Mühle, deren Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Die enge Verbindung der Krozinger mit ihrem Mühlkanal zeigt sich auch durch die Krozinger Nepomukkapelle, die direkt am fließenden Wasser des Mühlkanals errichtet wurde. Mit dem Beginn der Industrialisierung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert verloren die Krozinger Wassermühlen an Bedeutung. Überlegungen in den 1960er Jahren zu einer Verdolung des Mühlgrabens wurden glücklicherweise nicht umgesetzt. Heute ist der Mühlkanal ein malerisches, historisches Fließgewässer, das an die vorindustrielle Geschichte Bad Krozingens erinnert.
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