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Alemannisch | Hubert Roth: Wer het da denkt !

Hubert Roth: Wer het da denkt !

Mundart schwätze, tagus-tagii,
hochdütsch rede, wenn s mue sii.
Die Sproch-Freiheit die isch üs geschenkt:
Wer het da denkt !

Einst gabs e Zit, do hät mr glacht,
sich über d Mundart luschtig gmacht,
und nur uf d Hochsproch herre glenkt:
Wer het da denkt !

De Dialekt ? Sprochuntersatz !
In de Zitig war für ihn kein Platz,
so öbbis galt einst als beschränkt:
Wer het da denkt !

Uf eimol hät mr sich denn bsunne,
z mol hät s Bruuchtum wider gwunne
und s Alte wurd mit Stolz behenkt:
Wer het da denkt !

Au medial hät es sich gwandled,
de Dialekt wörd hüt gar guet behandled.
"Jessis nai" de Leser denkt:
Wer het da denkt !

D Muettersprooch benutze dürfe,
im alte Wortschatz sueche, schürfe.
Dass des gar mol i d Mode schwenkt:
Wer het da denkt !

Zmol ziehned d Städter uus, uf s Land,
si findet säll jetzt interessant.
Die Vorurteile sind versenkt:
Wer het da denkt !

Dass da so isch, worum, wieso,
stimmt Muetterspröchler z friide-froh.
Da Läbe isch doch unbeschränkt:
Wer het da denkt ?

S Neu will s Alte stets ersetze,
doch s Alte isch nit abzusetze,
es wörd als Neues eim stets gschenkt:
Wer het da denkt !

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