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Alemannisch | Kinder gluttere am liebschde in de Bätschlache

Kinder gluttere am liebschde in de Bätschlache

Wenn in den Sommermonaten ein ordentlicher Regenschauer übers Land gezogen ist, füllen sich überall die Vertiefungen auf den Wegen und Wiesen mit Wasser. Dann ist Zeit zum "Gluttere", sich die Gummistiefel anschnallen, die "Bätschlache" zu bearbeiten.

Kinder gluttere - pfläddere im Brunnen
Aber nicht nur in einer Wasserpfütze kann man "gluttere", "Buebe un d Maidli gluttere au in de Bächli", ein Dorfbrunnen eignet sich ebenso hervorragend zum "Gluttere". In der Schweiz taucht das Wort im Zusammenhang mit sumpfigem Wiesen und Tümpel bzw. mit Wasser gefüllten Löchern auf. Die Wörter "Glunte, Glutte, Glutta, Gudle" stehen in der Schweiz vielerorts für Pfütze. Im Winter, wenn mit Wasser gefüllte Senken auf Wiesen oder kleine Seen zugefroren sind, entsteht darauf eine "Glutterbahn", eine Glitsch- oder Rodelbahn, so dass "gluttere" in der kalten Jahreszeit auch stellvertretend für schlittern und rodeln verwendet wird. Allerdings gibt es auch Pfützen, die man meiden sollte. Im Herbst, wenn Zwiebelkuchen und Neuer Süßer locken, wird man nach ausgiebigem Konsum vielleicht am nächsten Tag von einem "Chlütteri" überrascht, Alemannisch für Durchfall. Im Hochalemannischen steht das Verb "chlüttere" für dünne Exkremente auswerfen.

Pfütze: gluttere oder pfläddere
Die Herkunft des Verbs "gluttere" oder "chluttere" mit seinen Variationen ist nicht mit Sicherheit geklärt. Es wird fast nur im alemannischen Sprachraum verwendet. Es erinnert auf den ersten Blick lautmalerisch an "gluckern", wie beim geräuschvoll fließenden Wasser oder bei Hühnern, die beim Brüten ein gluckendes Geräusch von sich geben. Daher gibt es auch den Begriff "Glucke" für Jemanden, der untätig oder stumpfsinnig herumsitzt oder auch für eine Mutter, die ihre Kinder übermäßig umsorgt und behütet. Durch die konzentriere Verwendung von "gluttere" im Alemannischen ist ebenso die Herkunft aus dem keltischen Sprachraum naheliegend.

Kelten
Aus den galloromanischen Sprachen bietet sich das Grundwort "clot" für Loch, Mulde oder auch Graben an, dessen geografische Verteilung sich mit dem einstigen Lebensraum der keltischen Bevölkerung deckt. In den okzitanischen Dialekten wird es bis heute im Sinne von "Loch in der Erde" verwendet, das Verb "cloutà" mit Löcher machen, um z.B. eine Rebe zu pflanzen. Im Katalanischen findet man das Grundwort in "clot" für kleines Loch oder Vertiefung, "aclotar" für Löcher graben. Das französische Adjektiv "creux" für tief oder ausgehöhlt hat hier ebenso seine Wurzeln wie das Bretonische "kleuz" für Grube und "Mengleuz" der Bergbau. Im Schottischen ist "Glumag" eine Pfütze, das walisische "cloddfa" eine Vertiefung oder Grube.
Wortgeschichten

Foto: Wortgeschichten

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