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Wissen | Glitzer

Glitzer

Als Glitzer, Flitter oder Glitter bezeichnet man allgemein ein Gemisch aus sehr kleinen Plastik-, Glas- oder Metallstreifen, die mit Lacken bzw. Farben überzogen werden. Glitzer ist heute allgegenwärtig. Es findet sich mittlerweile nicht nur als Dekomaterial beim Basteln in vielen heimischen Kinderzimmern und Bastelstuben der Kindergärten, auch in Shampoos und Badezusätzen, im Lidschatten und vielen weiteren Kosmetik und Pflegeprodukten ist Glitzer eine gern gesehene Zutat. Doch bei all der glitzernden Farbenfreude hat das meist nur Millimeter große Material vor allem für die Umwelt viele Nachtteile, beim Menschen weiß man das noch nicht so genau. Denn die winzigen Partikel bestehen oft aus Kunststoff, der in der Natur nur schlecht abgebaut werden kann und sich in der Nahrungskette anreichert. Wissenschaftler weltweit fordern daher allgemein ein Verbot dieser Substanzen und appellieren an die Industrie und den gesunden Menschenverstand der Konsumenten. Glitzer wird wie Mikroplastik im Allgemeinen in der Umwelt praktisch nicht abgebaut. Auch die Kläranlagen können Glitzer - wenn es beim Duschen in die Kanalisation gespült wird - kaum herausfiltern und so enden sie letztlich in Flüssen oder Ozeanen.

Glitzer findet sich dann mit all dem anderen Mikroplastik in allen Tiefen des Meeres und wird von Kleinstlebewesen (Zooplankton), Muscheln, Würmern, Fischen und Seevögeln aufgenommen. Von Fischen und Muscheln ernähren sich aber nicht nur Meeressäuger und Vögel, sondern eben auch Menschen. Darüber hinaus wirkt der Plastikanteil im Glitzer in der Umwelt wie ein Magnet für Schadstoffe. Bei Messungen ist die Schadstoffkonzentration am Mikroplastik oft hundertmal höher als im Meerwasser. Dies geschieht aufgrund der physikalischen und chemischen Eigenschaften des Kunststoffs. Zum anderen enthält der Kunststoff bereits eine Vielzahl an Chemikalien, die während der Produktion hinzugefügt werden. Wenn Tiere diese Mikroplastikpartikel fressen, nehmen sie folglich nicht nur das Plastik auf, sondern zugleich hohe Dosen an Schadstoffen.

Mittlerweile sollen in manchen Ländern so genannte Microbeads verboten werden. Microbeads sind winzige Plastikkügelchen aus Polyethylen, deren Durchmesser kleiner als einen Millimeter ist und die beispielsweise als Peelingzusatz in Duschgels oder Handcremes eingesetzt werden. Doch bei Glitzer wird bisher noch nicht einmal über eine Verbannung nachgedacht, obwohl es Alternativen gäbe. Plastikglitzer kann unter anderem durch biologisch abbaubare Substanzen ersetzt werden. Weiterführende Informationen zu Glitzer bzw. Mikroplastik findet man anderem bei Greenpeace Deutschland. Die Umweltorganisation bietet eine Mikroplastik-Checkliste mit den häufigsten Kunststoffen in Kosmetik bzw. Pflegeprodukten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) bietet eine hilfreiche Negativ-Liste, die Produkte beim Namen nennt, die Mikroplastik enthalten. Eine Smartphone-App von Codecheck informiert auf Wunsch durch einen Barcode-Scan über alle bedenklichen Inhaltsstoffe, basierend auf den Einschätzungen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Eine mögliche Alternative stellt auch der Essbare Glitzer dar.
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Foto: Glitzer

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