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Wyhl | Keine Atomkraft in Wyhl

Keine Atomkraft in Wyhl

Als Deutschland zehn Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs wieder Atomforschung betreiben durfte, wurde Atomkraft bald als unerschöpfliche Energiequelle der Zukunft angesehen. So heißt es oft in Werbeschriften und Lehrfilmen: "Nur die Energielieferung durch Atomkraftwerke kann die Lücken füllen, die früher oder später in der Energieversorgung auftreten werden. Im rechten Augenblick fand der Mensch ein Mittel, die drohende Energieverknappung zu überwinden."

Dieses Argument überzeugt auch immer mehr Politiker. Im Jahr 1956 besiegelt der neue Atomminister Franz Josef Strauß mit seiner Unterschrift die Gründung des Kernforschungszentrums Karlsruhe, der Startschuss für die friedliche Atomforschung in Deutschland.

Im Hardtwald bei Karlsruhe sollen deutsche Ingenieure den Forschungsreaktor bauen. Doch einige Bürger, vor allem Landwirte in den umliegenden Gemeinden sind dagegen. Sie fürchten radioaktive Verseuchung. Der Protest gegen den Atommeiler wird allerdings als fortschrittsfeindlich abgetan. Das öffentliche Interesse geht vor, das Interesse der Gesamtbevölkerung ist noch zu gering. 1957 beginnen die Bauarbeiten und wenige Jahre später geht 1961 der erste deutsche Eigenbaureaktor in Betrieb. Er dient allerdings erst nur zu Forschungszwecken.

Dafür schreibt dann das baden-württembergische Städtchen Obrigheim im Jahr 1969 Geschichte. In Obrigheim geht das erste kommerzielle Kernkraftwerk der Bundesrepublik, das Atomstrom liefert, ans Netz. Fachleute kennen zwar die Risiken eines unbeherrschbaren Reaktorunfalls, der durch den Ausfall des Kühlkreislaufs hervorgerufen wird. Doch der sogenannte GAU, Abkürzung für größter anzunehmender Unfall, wird als extrem unwahrscheinlich angesehen und dementsprechend kaum beachtet.

Das Jahr 1973 steht ganz im Zeichen der weltweiten Energiekrise. Dies wird als ein willkommenes Argument angesehen, noch mehr auf Atomkraft zu setzen. 1975 soll auch im badischen Wyhl ein Kernkraftwerk errichtet werden. Die Politik auf Landesebene argumentiert: "Ohne das Kernkraftwerk Wyhl werden zum Ende des Jahrzehnts in Baden-Württemberg die ersten Lichter ausgehen."

Doch den Wyhler und Kaiserstühler Bauern und Winzern leuchtet das nicht ein. Existenzangst treibt sie auf die Straße. Wer wird noch ihre Produkte kaufen, wenn Luft, Boden und Wasser verstrahlt sein könnten? Welcher Tourist verbringt seinen Urlaub im Anblick von einem Atommeiler ? Wer kennt das wirkliche Risiko einer Katastrophe ?

Kurzerhand besetzen Wyhler Bürger und Umweltschützer den Bauplatz des geplanten Atomkraftwerks. Auch die folgenden Einsätze zur Räumung des Baugeländes können letztlich nichts gegen die engagierten Bürger ausrichten. Die Landesregiering wird zum Einlenken gezwungen. Zum ersten Mal verhindern Bürger den Bau eines Kernkraftwerks und Whyl wird auch ein Meilenstein auf dem Weg zur politisch organisierten Bewegung der Umweltschützer.

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